Pflegekonzept:

Die Bewohnerin und der Bewohner als Zentrum unseres Handelns

Wir pflegen Menschen mit ganz unterschiedlichem Unterstützungsbedarf - vom rüstigen Senior bis zum Schwerstpflegebedürftigen. Unsere Erfahrung mit Bewohnern aller Pflegestufen, sei es in der Kurzzeitpflege, der Verhinderungspflege oder der vollstationären Dauerpflege, gibt Ihnen Sicherheit.

Verständnis ist uns wichtig. Als professioneller Anbieter von Pflege wissen wir, dass jede Betreuungssituation einzigartig ist. Deshalb lassen wir uns auch bei unserem Pflegekonzept von dem Ziel leiten, unsere Bewohner, ihre Biographie, die Angehörigen - d.h. die gesamte persönliche Situation - möglichst gut kennen zu lernen und während der Pflege in den Mittelpunkt zu stellen. Wir sind überzeugt, dass wir nur dadurch einen wertvollen Beitrag zur Erhaltung der individuellen Lebensqualität leisten können.

Die persönliche Lebensgeschichte ist nicht nur von objektiven Ereignissen, sondern maßgeblich vom subjektiven Erleben des Bewohners geprägt. Neben den medizinischen und biographischen Fakten wollen wir vor allem auch die individuellen Handlungsmuster, Vorlieben und Bedürfnisse erfahren und einbeziehen. Jeder Mensch kann mit seinen Fähigkeiten und Ressourcen, aber auch mit seinen Einschränkungen anders umgehen. Darauf richten wir die persönliche Pflegeplanung und den gesamten Pflegeprozess für die Bewohnerin und den Bewohner ein.

Grundlage

Neben Verständnis, Wärme und Zuwendung können unsere Bewohner zu Recht von uns eine qualitätsgesicherte Betreuung erwarten. Unser pflegerisches Wirken orientiert sich dabei am Gedanken eines sich wiederholenden Qualitätskreislaufes. Pflege ist für uns ein systematischer und zielgerichteter Handlungsprozess. Nicht „abteilungszentriertes“ Denken, sondern die Mitverantwortung aller für den Gesamtprozess, nicht die Einzelleistung - und sei sie auch noch so gut -, sondern die Gesamtleistung sind letztlich entscheidend für den Erfolg unseres Hauses.

AURISCARE hat sich für das „Modell der ganzheitlich fördernden Prozesspflege“ von Frau Prof. Monika Krohwinkel entschieden. Das Modell wird den Grundsätzen einer ganzheitlich fördernden Pflege gerecht und bietet gute Möglichkeiten, die uns wichtigen Elemente unseres Pflegeverständnisses in der täglichen Arbeit mit dem Bewohner umzusetzen.

Unser Pflegesystem besteht aus 5 Teilkonzepten, wobei das Hauptaugenmerk einerseits auf einer allumfassenden Erhebung der Pflegesituation eines Menschen mit seinen sowohl fördernden als auch gefährdenden existenziellen Erfahrungen liegt, anderseits alle Pflegehandlungen, ob eigenständig oder angeordnet, immer prozesshaft geplant, durchgeführt und evaluiert werden.

Grundlage der theoretischen Pflegekonzeption sind Aktivitäten und existentielle Erfahrungen des Lebens (AEDL). Monika Krohwinkel orientiert sich in den ersten elf AEDLs an den "Aktivitäten des täglichen Lebens" (ATL) von N. Roper und ergänzt diese um zwei weitere:

  1. Kommunizieren können
  2. Sich bewegen können
  3. Vitale Funktionen aufrechterhalten können
  4. Sich pflegen können
  5. Essen und rinken können
  6. Ausscheiden können
  7. Sich kleiden können
  8. Ruhen, schlafen und sich entspannen können
  9. Sich beschäftigen lernen und entwickeln können
  10. Sich als Mann oder Frau fühlen und verhalten können
  11. Für eine sichere und fördernde Umgebung sorgen können
  12. Soziale Bereiche des Lebens sichern und Beziehungen gestalten können
  13. Mit existentiellen Erfahrungen des Lebens umgehen können

Die einzelnen AEDLs haben keine Rangfolge. Sie stehen nebeneinander und beeinflussen sich gegenseitig. Die 13. AEDL verweist darauf, dass Erfahrungen aus Vergangenheit und Gegenwart eine Bedeutung für die empfundene Sicherheit haben können. Damit bekommt das individuelle Leben, die Prägung dieses Menschen in seiner einzigartigen Biografie eine besondere Bedeutung.

Das Erhalten, Fördern bzw. Wiedererlangen von größtmöglicher Unabhängigkeit und situativem Wohlbefinden sind unsere pflegerischen Zielsetzungen. Wir wenden dazu bedürfnis- und zielorientiert, d.h. geplant, verschiedene Methoden zur Hilfestellung an:

  • fördernd kommunizieren
  • für eine sichere Umgebung sorgen
  • den Pflegebedürftigen unterstützen
  • ihn bzw. seine persönlichen Bezugspersonen anleiten und beraten
  • ihn führen und leiten
  • für den pflegebedürftigen Menschen handeln
  • Pflege organisieren

Um unsere pflegerischen Ziele erreichen zu können, streben wir eine bewohnerorientierte Organisation der Pflege an. Grundsätzlich arbeiten wir im Rahmen einer Mischung aus Bereichspflege und Bezugspflege. Auf den einzelnen Wohnbereichen werden deshalb Bereichspflegeteams gebildet. Die Erstellung und Evaluation der Pflegeplanungen ist für eine bestimmte Anzahl von Bewohnern einer Pflegefachkraft zugeordnet. Unterstützt wird sie dabei von weiteren Pflegekräften.

Bei der Gestaltung des Dienstplanes achten wir darauf, den Personaleinsatz bewohnerorientiert im Sinne der festgelegten Bereichspflegeteams zu organisieren.

Zentraler Bestandteil bei der Umsetzung des Pflegeprozesses ist für uns die Pflegedokumentation. Sie stützt den Pflegeprozess, treibt ihn voran und macht ihn nachvollziehbar. Ziel der Pflegedokumentation ist es, alle im Pflegeprozess festgelegten pflegerischen Aktivitäten schriftlich festzuhalten, um

  • einen Wegweiser für alle an der Pflege Beteiligten zu haben,
  • die Pflege nachvollziehen und fachlich diskutieren zu können,
  • eine Evaluation zu ermöglichen und damit
  • die Pflegequalität zu erhöhen.

Die Pflegeplanung orientiert sich an dem von uns gewählten Pflegemodell und wird für jeden Bewohner individuell erstellt. In unserer Pflegedokumentation stützen wir uns auf die AEDL. Es werden persönliche und gesundheitsbezogene Daten erhoben.

Alle Lebensaktivitäten werden hinsichtlich vorhandener Ressourcen und potentieller Probleme eingeschätzt. Wichtig ist es, herauszufinden, was der Bewohner für sich selbst tun kann und was nicht und wie er bisher mit Problemen umgegangen ist. Bei der Planung der Pflege legen wir großen Wert auf einen aktivierenden ressourcenorientierten Ansatz. Hinsichtlich der Dokumentation aller Schritte des Pflegeprozesses verwenden wir klare Formulierungen. Im Pflegebericht werden zeitnah Eintragungen getätigt und der Verlauf abgebildet. 

Einzug in unsere Einrichtung

Der Einzug einer Bewohnerin oder eines Bewohners in eine stationäre Pflegeeinrichtung ist stets mit einer Vielzahl von Veränderungen verbunden. Das Verlassen der gewohnten Umgebung, der Verlust von Selbständigkeit, materiellen und ideellen Werten, die sich verändernden Kontakte zu Angehörigen, Bekannten und Freunden sind einige wesentliche Aspekte. Den Mitarbeitern der Einrichtung wird ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen und Umsichtigkeit abverlangt. Wir richten insbesondere in der Einzugsphase unsere ergänzenden Angebote daraufhin aus, dem Bewohner die Integration in sein neues Zuhause zu erleichtern.

Um den Bewohner umfassend kennen zu lernen, führen wir intensive Gespräche, die wir durch eine systematische Dokumentation für uns und das gesamte Team zusammenfassen. Der Aufnahmebericht und die pflegerische Anamnese dienen dazu, die individuellen Bedürfnisse des Bewohners schon bei der Aufnahme zu dokumentieren. Darüber hinaus sammeln wir mit Hilfe geeigneter Instrumente – schon vor dem Einzug – gezielt hilfreiche Informationen, um den Übergang in das neue Zuhause so weich wie möglich zu gestalten.

Einbeziehung und Beratung von Angehörigen

Angehörige verstehen wir als wichtige Partner in der Pflege und Betreuung unserer Bewohner. Wir streben daher ein harmonisches Miteinander an. Für die Hilfe und Unterstützung bei der Gestaltung des Alltages in unserer Einrichtung sind wir dankbar. Besuche sind uns jederzeit willkommen und werden in den Tagesablauf des Bewohners eingebunden. Bei kulturellen Veranstaltungen unseres Haus freuen wir uns umso mehr, wenn Angehörige teil nehmen können. Natürlich wird auch Hilfe bei der Vorbereitung und Durchführung gerne angenommen.

Alle Mitarbeiter sind Ansprechpartner für Anregungen zur Verbesserung der Pflege und Betreuung. Der Einrichtungsleiter, die Pflegedienstleitung sowie die Mitarbeiter der sozialen Betreuung beraten und unterstützen die Angehörigen zudem beim Schriftverkehr mit Pflegekassen und Versicherungen sowie bei der Regelung von Behördenangelegenheiten.